Philosophie meiner Arbeit und reiterlicher Ansatz

philosophie1.jpg

Im Fokus meiner Arbeit steht ein aufmerksamer, sensibler und verbundener Kontakt zwischen Mensch und Pferd – ein Wechselspiel zwischen beiden, das sich stetig neu entfaltet. Ein Aspekt dieses Wechselspiels besteht darin, das Wesen des Pferdes zu begreifen, zu erspüren, hinzuhören, was es über sich mitteilt, sowie naturbedingte Eigenschaften der Gattung Pferd zu respektieren. Ein anderer Aspekt ist die vertrauenswürdige Führung des Pferdes, die sich über Klarheit und Entschiedenheit, Überblick und Situationseinschätzung, sowie innere Ruhe, Präsenz und Geduld auszeichnet. Dies sind die Qualitäten der Leitstute, der obersten Instanz in der Herde, der sich die Pferde in der Herde von sich aus, intuitiv anschließen.

Ich verstehe mich als eine aufmerksame Begleiterin von Mensch und Pferd in diesem Wechselspiel, durch das der Mensch in einen tieferen Kontakt zu sich selbst kommen kann. So wird eine klare und ruhige Führung des Pferdes durch den Menschen möglich. Pferd und Mensch werden langsam zu einer Einheit, ein sicheres und lebendiges Miteinander kann entstehen.

philosophie2.jpg

Der Umgang mit dem Pferd ist folglich vor allem eine Arbeit an sich selbst. Pferde tun manchmal nicht das, was wir von ihnen erwarten. Sie reagieren auf unbewusste Körpersignale oder auf verborgene und verdrängte Anteile in uns, die wir nicht sehen wollen oder können. Das Pferd lässt sich durch unsere Alltagsmasken nicht irritieren und kann somit ein kraftvoller Spiegel für den Menschen sein. Als hochsensible und kontaktfreudige Tiere bieten Pferde eine gute Basis für therapeutische und pädagogische Arbeit.

philosophie3.jpg

Die Technik in der Bodenarbeit sowie Reittechnik betrachte ich als ein Hilfsmittel von außen, um sowohl Pferd als auch Mensch in ein besseres inneres und äußeres Gleichgewicht zu verhelfen. Reittechnik bringt den Körper des Menschen in Kontakt mit seinem inneren Erleben: über Beobachtung und Erspüren des eigenen Körpers und seiner Ausdrucksweise kann der Reiter sein inneres und sein körperliches Erleben miteinander in Einklang bringen und die o.g. Qualitäten bewußt in sich wachsen lassen. Der Körper entspannt in diesem Wechselspiel mehr und mehr. Der Reiter lernt auf diese Weise, dem Bewegungsablauf des Pferdes beim Reiten störungsfrei zu folgen und allgemein in einen tieferen Kontakt mit dem Pferd zu kommen. Ein ausbalancierter, geschmeidig sitzender Reiter ist dann in der Lage, fein abgestimmte, klare und „leise“ Hilfen zu geben und somit auch seinem Pferd zu mehr innerer und äußerer Ausbalanciertheit, Geschmeidigkeit und Gesundheit zu verhelfen.